Albtraum in Sevilla – Wie eine spontane Reise zur Hitzeschlacht wurde

Ich wollte einfach nur raus – ein paar Tage Urlaub, ein bisschen Sonne, mal wieder Wasser sehen und vom Alltag abschalten. Es war Juli 2025. Spontan hatte ich mir eine Reise nach Spanien gebucht, mit dem Rückflug aus Sevilla. Eine kurze Auszeit, bevor es zurück in die Arbeit ging. Was sollte da schon schiefgehen?


Die Idee vom kleinen Urlaub

Meine Planung war minimal: Ankommen, essen, etwas entspannen, schlafen, und am nächsten Tag nach Hause fliegen. Ich hatte ein Airbnb in Sevilla gebucht, nur für eine Nacht. Einfach irgendwo ankommen, mich hinlegen und die Hitze ausschlafen. Doch die ersten Probleme begannen schon auf dem Weg dorthin.


Der Bus, der nicht kam

Ich hatte mir ein Busticket von Málaga nach Sevilla gekauft. Ein einfacher Plan – dachte ich. Nur hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits einen massiven Sonnenbrand am ganzen Körper, trotz Sonnencreme. Mein einziger Wunsch war: ankommen, duschen, kühles Zimmer, ausruhen.

An der Hauptbushaltestelle in Málaga sagte man mir, ich sei hier richtig. Als der Bus fünf Minuten vor Abfahrt aber immer noch nicht da war, fragte ich erneut. Inzwischen hatte der Mitarbeiter am Infoschalter gewechselt – und plötzlich hieß es: „Falsche Haltestelle.“ Die richtige sei 15 Minuten mit dem Taxi entfernt. Der Bus? Weg. Ich blieb ruhig, obwohl ich innerlich kochte – im wahrsten Sinne des Wortes.


Plan B: Spanischer Hochgeschwindigkeitszug

Ich suchte mir eine Alternative. Laut Google Maps gab es in der Nähe einen Bahnhof. Also kaufte ich mir dort ein überteuertes Ticket für den spanischen Hochgeschwindigkeitszug (AVE), der zum Glück bald abfuhr. Mit schmerzender Haut und verschwitzter Kleidung versuchte ich im klimatisierten Zug wenigstens etwas zur Ruhe zu kommen.


Sevilla: Die Hitzewand

Sevilla empfing mich wie eine Dampfsauna. Ich war gewarnt worden, doch nichts hatte mich auf diese Hitze vorbereitet. Es war laut Wetterbericht die heißeste Stadt Spaniens an diesem Tag. Trotzdem hielt ich mich an meinem Plan fest: „Bald bist du im kühlen Zimmer – wie bei den Airbnbs davor.“

Doch dann der nächste Rückschlag: Das Zimmer hatte keine Klimaanlage. Das stand tatsächlich in der Beschreibung – ich hatte es nur überflogen. Was nicht in der Beschreibung stand: dass es darin muffig und abgestanden roch.


Albtraumnacht auf der Parkbank

Ich war erschöpft, dehydriert, verbrannt – und das Zimmer war stickig, heiß und kaum zu ertragen. An Schlaf war nicht zu denken. Ich konnte nicht liegen wegen des Sonnenbrands, nicht stehen wegen der Müdigkeit, und draußen war es zwar noch immer warm – aber wenigstens roch es nicht wie ein feuchter Keller.

Ein neues Hotel? Um diese Uhrzeit kaum möglich. Also begann ich die Stunden zu zählen, bis ich wieder in meinem eigenen, kühlen Zimmer in Deutschland war.

Von 3 bis 6 Uhr morgens saß ich wie ein Schatten meiner selbst auf einer Bank mitten in der Stadt. Halb dösend, halb meditierend, während ab und zu ein schwacher Windhauch etwas Linderung brachte. Ich hatte „Rock Bottom“ erreicht – körperlich und mental.


Endlich nach Hause

Um 6 Uhr früh ging ich zurück ins Airbnb, duschte so gut es mit dem Sonnenbrand ging, packte meine Sachen und bestellte ein Uber. Ab da wurde es tatsächlich leichter: Der Flughafen war klimatisiert. Das Flugzeug war klimatisiert. Auch das Auto meines Bekannten, der mich am Flughafen abholte – klimatisiert. Ich schlief an allen drei Orten ein, kurz aber tief. Und das Beste: Er brachte mir Ibuprofen mit.

18 Stunden und 2 Minuten nach meinem Aufbruch in Sevilla lag ich endlich wieder in meinem Bett. Zuhause. Nie war eine Matratze weicher, nie war Luft so frisch, nie war ich dankbarer.


Was ich aus dieser Reise gelernt habe:

  • Buche nie wieder eine Unterkunft ohne Klimaanlage.
  • Lies die Beschreibung und Bewertungen gründlich – vor allem, wenn etwas über Geruch erwähnt wird.
  • Pack immer Schmerzmittel ein, besonders bei Reisen in die Sonne.
  • Sonnencreme allein reicht nicht – meide die Mittagshitze!
  • Spontanität ist schön – aber Vorbereitung rettet Leben (und Nächte).

Wenn du auch mal eine Erfahrung gemacht hast, bei der alles schiefging – schreib es mir gerne in die Kommentare. Vielleicht lachen wir irgendwann gemeinsam drüber. Ich bin jedenfalls froh, es hinter mir zu haben. Sevilla? Vielleicht eines Tages nochmal. Aber diesmal mit Plan – und mit Klimaanlage.

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