Regelmäßigkeit ist wichtiger als alles Andere

Es wird auch als Kompetenzkreis bezeichnet.
Ich habe in verschiedenen Bereichen meines Lebens beobachtet, dass es nicht so wichtig ist, wie intensiv die Zeit vergeht, während man etwas macht, sondern dass es regelmäßig passiert.

Als kurzes Beispiel:
Es reicht schon aus, regelmäßig ins Training zu gehen, damit man fit und attraktiv wird. Was während des Trainings passiert, ist nicht einmal so wichtig. Das Gleiche habe ich auch bei meinen Nachhilfeschülern beobachtet. Ich gebe bereits seit 2017 Nachhilfe – das sind bisher neun Jahre. Wenn ich zwischen Erfolg und Fehlschlag unterscheiden müsste, würde ich nicht die Klugheit des Schülers oder die Qualität des Unterrichts nennen, sondern die regelmäßige Teilnahme des Schülers als wichtigsten Punkt.

Oft habe ich mir Sorgen gemacht, ob am Ende des Jahres der Schüler oder die Schülerin wirklich das Wesentliche mitnimmt. Ich habe versucht, mich zu perfektionieren, den Inhalt zu verbessern und meine Lehrtechnik zu optimieren. Das waren alles sehr wichtige Punkte. Jedoch hat die beste Nachhilfe bei unregelmäßigem Besuch nichts gebracht. Und Lücken in der Nachhilfe waren keine so großen Probleme wie gedacht – um ehrlich zu sein, gar keine.

Bei manchen meiner jüngeren Schüler hatte ich immer die Sorge, dass sie nichts mitnehmen würden, da sie zu sehr auf Spiele fokussiert waren und öfter nicht zugehört haben. Diese Sorge hat sich mit der Zeit gelegt. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es manchmal Tage geben kann, an denen der Schüler nicht aufnahmefähig ist. Doch das gleichen die Tage aus, an denen er dann doch aufmerksam ist. Das macht das Ganze wieder gut. Man erkennt nicht immer, wann ein Schüler aufnahmefähig ist und wann nicht – und das muss man auch nicht.

Daher ist es wichtig, bei langfristigen Plänen eher darauf zu achten, dass man sie regelmäßig verfolgt. Das jahrelange Geben von Nachhilfe hat mir heute all die Fähigkeiten gegeben, ein Thema (vor allem in Informatik) leicht verständlich zu vermitteln. Ich lerne auch mit jeder Stunde immer noch dazu – und das wird wahrscheinlich nie enden.

In einem berühmten Buch wird gesagt, dass man, wenn man zu den Besten der Welt zählen will, 10.000 Stunden in diese eine Sache investieren sollte. Alles beiseite zu legen und 10.000 Stunden am Stück zu investieren, ist für die wenigsten möglich. Aber für die meisten ist es möglich, regelmäßig etwas zu tun. Mit der Zeit summiert sich das auf – und über die Jahre baut man sich so einen Kompetenzkreis auf.

Um das einfacher zu erreichen, kann man sich auch ein paar Tricks aus Gewohnheitsbüchern wie Atomic Habits abschauen. Normalerweise benötigt man so etwas nicht bei Dingen, die einem Spaß machen. Aber die wenigsten Tätigkeiten machen wirklich jeden Tag Spaß – ohne Techniken.

In einem Buch erzählt Rolf Dobelli ebenfalls vom Kompetenzkreis. Er beschreibt ihn als den Ort, an dem man – wenn auch nur wenig – Kontrolle hat. Hier hat man Kontrolle, und hier sollte man auch bleiben.

Fazit:
Es lohnt sich, regelmäßig an einer Sache dranzubleiben. Man kann davon ausgehen, dass es klappen wird, wenn man beständig daran arbeitet. Einen Kompetenzkreis aufzubauen, lohnt sich.

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